Landjugend Steiermark - eine Erfolgsgeschichte

Landjugend gestern - wie alles begann?

Nach dem Zweiten Weltkrieg legten die verantwortlichen Bauernvertreter besonderes Augenmerk auf die Bildungsarbeit und Fachberatung der Bäuerinnen und Bauern. Ein besonderes Anliegen war ihnen die Aus- und Weiterbildung der bäuerlichen Jugend, da ein flächendeckendes Netz von landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen fehlte. Obwohl es ein dichtes Netz einer Katholischen Jugend gab, hatte die Führung der Landwirtschaftskammer das Ziel, mit dem Aufbau einer fachlich orientierten Jugendorganisation die berufliche Qualifikation und Persönlichkeitsentwicklung der Nachwuchsgeneration mit einer entsprechenden fachlichen Ausbildung zu fördern. Als Vorbild für die Jugendorganisation dienten dabei die in Amerika bestehenden 4H Clubs. Die Anfänge dieser 4H Clubs gehen auf ein paar Jungbauern in North Carolina zurück, die einen "Maisclub" gründeten. Dessen Ziel war es, die besten wirtschaftlichen Methoden für den Maisbau anzuwenden. Diese Clubidee setzte sich nach und nach durch, bis sie über das European Recovery Programm (Marshall Plan) auch in Europa ihre Anfänge fand. In Nordamerika war 4H auch ein Teil des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes und bekam seine Anweisungen vom Landwirtschaftsministerium.


Was bedeutet 4H?

Die 4 H im Abzeichen sind die Abkürzungen der englischen Wörter für
• HEAD – Kopf (klares Denken, überlegen, planen)
• HAND - Hand (Lernen durch tun)
• HEALTH – Gesundheit (Gesundheit ist das höchste Gut, dass es durch eine vernünftige Lebensweise zu erhalten gilt.)
• HEART – Herz (Treue, Verantwortung, Hilfsbereitschaft)


13. November 1949 – ein historisches Datum

Bereits am 04. November 1949 trafen sich unter dem Vorsitz von Landwirtschaftskammerpräsident Josef Wallner und Kammeramtsdirektor Otto Holzinger über 40 Bauernburschen im Sitzungssaal der Landwirtschaftskammer und bereiteten die Gründung einer Standesorganisation der bäuerlichen Jugend in der Steiermark vor. Am 13. November wurde im Grazer Stefaniensaal in Anwesenheit von 1.500 Bauernburschen und jungen Landarbeitern der Bund steirischer Landjugend gegründet. Landeshauptmann Josef Krainer sen. gab der Jugend den Auftrag: "Ihr sollt selber die Zukunft formen und gestalten, ihr sollt Hammer und nicht Amboss sein". Landjugend Gründungsobmann war Dr. Karl Schwer.


Mit der Landjugend ging es steil bergauf

Mit Jahresende 1949 gab es bereits 28 Ortsgruppen in der Steiermark. Von der Landwirtschaftskammer wurde ein Landessekretariat mit einem Landessekretär und einer LJ Referentin eingerichtet. Ab 1950 wurden auch Mädchen in das Arbeits- und Gemeinschaftsprogramm der Landjugend integriert. Zur ersten Leiterin wurde im Jahr 1950 Maria Stangl gewählt. Bereits ein Jahr nach der Gründung gab es in der Steiermark 232 Ortsgruppen und 5.800 männliche sowie 1.100 weibliche Mitglieder. In den frühen 50er Jahren wurden erste Wettbewerbe (Hauswirtschaftswettbewerb, Redewettbewerb, Pflügen) veranstaltet.


Was waren die Ziele der Landjugend in den Anfangsjahren?

• Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung
• Fachliche Weiterbildung des Bauernstandes (Land-, Forst- & Hauswirtschaft)
• Fachliche Qualifizierung zur Erhaltung des bäuerlichen Familienbetriebes
• Rationalisierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft
• Ausbau der landwirtschaftlichen Schulen


Landjugend im Wandel der Zeit – bewegte 60er und 70er!

In den 60er und 70er Jahren entwickelte sich die Landjugend von einer rein bäuerlichen Jugendorganisation zur Jugendorganisation für alle Jugendlichen des ländlichen Raums. Die Tätigkeitsbereiche Bildung und Landwirtschaft der Landjugend wurden um Sport, Gesellschaft und Kultur erweitert. Bereits damals zeichnete die große Vielfalt an Aktivitäten und Programmen die Landjugend aus. In diesen Jahren kam es auch zur Öffnung der Landjugend für Mitglieder aus nichtbäuerlichen Familien.


Arbeitsschwerpunkte, Internationale Austausche, Radioquiz, uvm.

Seit 1962 gibt es in der Landjugend Steiermark laufend Arbeitsschwerpunkte, mit denen die Landjugend mit ihre gesellschaftspolitischen Anliegen klar positioniert und die Jugendlichen des ländlichen Raums vertritt. Ab 1963 wurden mehrwöchige "Landjugendaustausche" mit Mädchen und Burschen vor allem in die Schweiz und nach Deutschland sowie Irland organisiert. In den 70er Jahren wurden diese Austauschprogramme um Spanienaufenthalte erweitert. Meist verbrachten rund 20 steirische Landjugendliche drei Wochen bei bäuerlichen Familien im Ausland, ehe die Gegenbesuche der ausländischen Jugendlichen auf Partnerbetrieben in der Steiermark folgten. 1965 fand erstmals das "Landjugend-Rundfunk-Quiz" statt. Gemeinsam mit dem ORF Studio in Graz wurde bis 1995 jährlich eine Quizsendung produziert bei der die Teilnehmer Fragen zur österreichischen Geschichte, Aufgabenstellungen über Kultur, Land- und Forstwirtschaft, etc. bewältigen mussten.


Landjugend heute – wer sind wir?

Heute zählt die Landjugend Steiermark rund 15.000 Mitglieder in 16 Bezirksgruppen und 228 Ortsgruppen. Sie ist somit eine der größten Jugendorganisationen der Steiermark. 57 % unserer Mitglieder sind Burschen und 43 % sind Mädchen. 52 % der Mitglieder stammen von einem landwirtschaftlichen Betrieb, bereits 48 % der Landjugendlichen kommen aus dem nichtbäuerlichen Bereich.







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